BR-DE-15: Die Leitweg-ID fehlt
Deine Rechnung kam mit der Meldung BR-DE-15 zurück. Übersetzt heißt das: In der Datei fehlt die Leitweg-ID. Das ist die Nummer, mit der die Behörde deine Rechnung intern an die richtige Stelle weiterleitet — ohne sie weiß das System des Empfängers nicht, wohin damit.
Stand: · Geprüft gegen XRechnung 3.0.2 mit dem KoSIT-Validator 1.6.0 und der Konfiguration 2026-01-31
Was bedeutet die Meldung?
Eine XRechnung enthält ein Feld mit dem Namen Buyer reference, in den Normen als BT-10 geführt. Auf Deutsch: „Referenz des Käufers“. Bei öffentlichen Auftraggebern steht dort die Leitweg-ID.
BR-DE-15 ist die Regel, die dieses Feld erzwingt. Sie prüft nur eines: Ist da etwas drin? Ist das Feld leer oder gar nicht vorhanden, wird die Rechnung abgewiesen — unabhängig davon, wie korrekt der Rest ist.
Warum tritt der Fehler auf?
In der Praxis sind es fast immer diese vier Fälle:
- Sie stand nur im PDF. Viele Betriebe drucken die Leitweg-ID brav in den Rechnungskopf. Der Prüfer liest aber nicht den Text, sondern das Datenfeld — und das war leer.
- Sie stand im falschen Feld. Bestellnummer (BT-13), Auftragsnummer und Projektnummer sind eigene Felder. Wer die Leitweg-ID dort einträgt, füllt BT-10 trotzdem nicht.
- Der Auftraggeber hat sie nie mitgeteilt. Sie steht in den Vergabeunterlagen, im Auftragsschreiben oder in der Bestellung — manchmal aber eben auch nur in einer E-Mail von vor drei Monaten.
- Das Rechnungsprogramm kennt das Feld nicht. Programme, die XRechnung nur „mitliefern“, haben oft gar keine Eingabemöglichkeit für BT-10.
So behebst du ihn
- Nummer besorgen. Schau in Auftrag, Bestellung oder Vergabeunterlagen nach „Leitweg-ID“. Findest du nichts, frag deine Ansprechperson beim Auftraggeber danach — sie ist dort bekannt, weil jede Behörde sie für den Rechnungseingang vergeben bekommt.
- Aufbau grob prüfen. Eine Leitweg-ID besteht aus Ziffernblöcken mit Bindestrichen, beginnt mit einer zweistelligen Kennzahl und endet auf zwei Prüfziffern (Aufbau siehe unten). Ein Zahlendreher fällt so schon vor dem Versand auf.
- In der Rechnungssuite eintragen. Unter Kunden den Auftraggeber öffnen, den Bereich Weitere Angaben (optional) aufklappen und die Nummer in das Feld Leitweg-ID für XRechnung eintragen. Sie hängt am Kunden, nicht an der einzelnen Rechnung — beim nächsten Auftrag ist sie damit schon da.
- Rechnung neu erzeugen. Die Leitweg-ID wird beim Festschreiben in die XML-Datei geschrieben. Eine bereits erzeugte Datei ändert sich nicht rückwirkend — sie muss neu erstellt werden.
- War die Rechnung schon festgeschrieben? Dann ist sie unveränderbar. Der richtige Weg ist eine Storno-Gutschrift und danach eine neue Rechnung mit der Leitweg-ID. Nachträgliches Überschreiben wäre ein Verstoß gegen die GoBD — auch wenn nur eine Nummer fehlt.
So ist eine Leitweg-ID aufgebaut
Beispiel einer gültigen Nummer: 991-03730-19. Sie besteht aus bis zu drei Teilen:
| Feld | Was dort hineingehört | Beispiel |
|---|---|---|
| Grobadressierung | Zwei bis zwölf Ziffern. Die ersten beiden sind die Kennzahl des Bundeslandes (01 bis 16) oder 99 für den Bund. | 991 |
| Feinadressierung | Optional, bis zu 30 Ziffern oder Großbuchstaben. Damit steuert die Behörde intern das richtige Amt oder Referat an. | 03730 |
| Prüfziffer | Immer zwei Ziffern am Ende, durch Bindestrich abgetrennt. Sie wird nach ISO 7064 (Mod 97-10) berechnet und deckt Zahlendreher auf. | 19 |
Insgesamt ist eine Leitweg-ID zwischen 5 und 46 Zeichen lang. Ob deine Nummer formal stimmt und die Prüfziffer passt, kannst du in der kostenlosen Vorprüfung testen — die rechnet direkt im Browser nach.
Was die Regel wörtlich verlangt
Das Element „Buyer reference“ (BT-10) muss übermittelt werden.
Mehr steht dort nicht — und genau das ist der Punkt: Die Regel verlangt nur, dass das Feld gefüllt ist. Ob der Inhalt eine formal gültige Leitweg-ID ist, prüft der Empfänger anschließend selbst. Eine Rechnung kann also durch die technische Prüfung kommen und trotzdem beim Auftraggeber liegenbleiben, weil die Nummer falsch ist.
Sonderfall: XRechnung an ein Unternehmen
BR-DE-15 gilt für jede XRechnung, nicht nur für Rechnungen an Behörden. Schickst du eine XRechnung an ein Unternehmen, das gar keine Leitweg-ID hat, muss BT-10 trotzdem gefüllt sein. Üblich ist dann die Referenz, die der Empfänger selbst vorgibt: eine Lieferantennummer, eine Bestellreferenz oder eine Kennung aus seinem Rechnungseingangsportal. Frag danach, statt etwas zu erfinden — ein Fantasiewert besteht zwar die Prüfung, sorgt beim Empfänger aber für dieselbe Verzögerung.
Wenn dein Kunde ohnehin keine XRechnung braucht, ist der einfachere Weg oft ein anderes Format: ZUGFeRD ist eine PDF-Rechnung mit eingebetteten Daten und kennt diese Pflicht nicht.
Rechnung selbst gegenprüfen — ohne Hochladen
Die kostenlose Vorprüfung öffnet deine XML-Datei direkt im Browser und sagt dir, welche der hier beschriebenen Pflichtangaben fehlen. Die Datei verlässt dein Gerät dabei nicht.
Weitere Ablehnungsgründe
- BR-DE-2, BR-DE-5, BR-DE-6, BR-DE-7: Kontaktdaten des Verkäufers fehlenDie XRechnung verlangt Ansprechpartner, Telefon und E-Mail deines Betriebs — auf dem Papier-PDF reicht der Briefkopf, hier nicht.
- BR-CO-26: Der Rechnungssteller ist nicht eindeutig identifizierbarOhne USt-IdNr., Registernummer oder Verkäufer-Kennung kann der Empfänger deinen Betrieb nicht automatisch zuordnen.
- Elektronische Adresse fehlt: BT-34 und BT-49Die elektronische Adresse ist nicht das Adressfeld, sondern die Zustelladresse — meist eine E-Mail mit Kennzeichen „EM“.
- BR-CO-10, BR-CO-13, BR-CO-15, BR-CO-16: Die Summen gehen nicht aufDer Prüfer rechnet jede Rechnung nach — schon ein Cent Abweichung führt zur Ablehnung.
- BR-CO-17: Der Steuerbetrag passt nicht zum SteuersatzUmsatzsteuer wird je Steuersatz auf die Summe gerechnet — nicht Position für Position.
- BR-AE-10: §13b-Rechnung ohne Hinweis auf die SteuerschuldnerschaftReverse Charge nach §13b braucht mehr als den Satz auf dem Papier — auch im XML.
- BR-E-10: Kleinunternehmer-Rechnung ohne Befreiungsgrund0 % ohne Begründung gibt es in der E-Rechnung nicht — der Grund gehört ins XML, nicht nur in die Fußzeile.
- BR-CO-25: Fälligkeitsdatum oder Zahlungsbedingung fehltSteht ein Zahlbetrag über null in der Rechnung, muss auch dranstehen, bis wann gezahlt wird.